Heading East

PointingEastJapan, Kyôto. 2nd May 2010.

Life is shifting eastwards, the frozen seaquake of steal, concrete and glass that is called Tôkyô – I am starting a job there next week. The Lord has provided and I am following the call. Goodbye, Kyôto. It’s been a long time. A good time.

I am going to move into an international guesthouse in the Ningyô-chô neighborhood. The Puppet Town. Let’s see what that means. Can’t say I’m familiar with Tôkyô. Yet.

For the time being, I am going to pause my video and film work. I got other ideas. I want to read a lot. Reactivate my drawing and painting skills. Engreen and deplasticize my life. Go deeper spiritually. Write. I am glad about this opportunity and excited about a new start.

Thank you so much for your help and love, always. I couldn’t have made it without you. I promise I’ll do my best and more.

Good times are waiting. Let’s move.

Handwerkermarkt im Chion-Ji / 知恩寺の手作市

毎月15日に、京都大学近辺の智恩寺に大きな手作り市がおこなわれます。そこには自家製の食品の他に手工芸品や衣服も売りに出されます。多くの商人が、互いを押しのけるお客さんのために伝統服で着かざり、エコ運動の服装規定にしたがう者も少なくありません。同じような市場は定期的に町中に開かれます。 一つ一つ自然素材で作られたバッグやうつわ、玄人が自分の手で念を込めたおやつと無農薬米・・・個性のない大量生産製品から安らぎを受けるいいものばかり。プラスチックの無い生活が目的。〈スィンプラスティコ〉、アーティフィシャルよりアートだ。

Jeden Monat am Fünfzehnten findet im Chion-Tempel nahe der Universität Kyôto ein großer Handwerkermarkt statt. Hier werden neben hausgemachten Nahrungsmitteln auch Kunstgegenstände und Kleidung feilgeboten. Viele Händler putzen sich für die sich drängelnden Besucher mit traditioneller Kleidung heraus, ein nicht geringer Teil von ihnen folgt auch den Kleidervorschriften der Ökobewegung. In der ganzen Stadt gibt es regelmäßig mehrere solcher Märkte. Individuell gefertigte Taschen und Gefäße aus Naturstoffen, von den sorgfältigen Händen kleiner Fachleute hergestellte Süßwaren, chemiefreier Reis – eine Erholung von den Massen an ewig gleichen Industrieerzeugnissen. Ich plane mir ein Leben ohne Plastik. Sinplástico – Mehr Kunst als Kunststoff.

Der Hônen-In

Hunde und Katzen regnet es, ihr Lieben. An einem so durchnässten Tag bleibt man entweder daheim oder man bummelt – wenn es etwas freundlicher nieselt – zu einem Tempel den Berg hoch. Gerade Regen und Schnee verleihen buddhistischen Tempeln ein entspannendes Flair. Gestern früh sind wir den Philosophenweg entlang spaziert und besuchten den Hônen-In. Lange her, dass ich mich für ein, zwei Stunden von Bildschirm und Buchstaben losriss um die Seele zu füttern.

Der Hônen-In geht zurück auf die Klause des Priesters Hônen (1133 – 1212), dem Gründer der Jôdo-Sekte, in der er mit seinen Schülern lebte, bevor er wegen Ketzerei nach Tosa verbannt wurde. Seine Lehre sah für die Wiedergeburt in das Reine Land nichts weiter vor als das gläubige Anrufen Buddhas mit der Nenbutsu-Formel. Diese unkomplizierte Glaubensübung lockte zahlreiche Anhänger bei den “ungesitteten” Teilen des Volkes an, besonders Frauen. Doch Politikern und dem etabilierten Klerus missfiel die neue Lehre. Sie bekämpften Hônens Sekte eine Weile lang und ließen seine Jünger Jûren und Anraku, welche mit ihm die Klausenhütte bewohnten, hinrichten. Der jetzige Tempel entstand erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Wir lassen uns auf den Stufen eines Nebengebäudes nieder und lauschen dem Konzert aus Wasserklängen. Eine Frau bietet uns Regenschirme an. Wir kommen ohne sie aus. Unter dem Dach des Tempels, dessen Türen geschlossen sind, da sonst Affen aus dem Wald ins Innere dringen. Eine Reihe buddhistischer Bücher steht zum Zeitvertreib auf dem Holzgang bereit. Die Feuchtigkeit ruft aus den Bauten und dem Garten der Tempelanlage allerlei angenehme Gerüche hervor. Aus den alten Holzbalken, den Moosflächen zwischen den Bäumen, den Steinen auf dem Boden duftet es beruhigend nach Regen. Dazu mischt sich der  Geruch von Weihrauch. Fernab der Straßen vernimmt das Ohr hier nichts weiter als Nuancen von Wasser. Wie es auf die Ziegel prasselt oder die Rinne herabtropft. Jenseits einer alten Mauer hört man das Bambusklacken einer Wildscheuche.
Japanische Tempel nutzen die Natur und platzieren den Menschen in den Zusammenhang mit seiner Umwelt. Graue und weiße Karpfen bewegen sich ohne Eile durch den Teich. Vögel hüpfen von Zweig zu Zweig. Rote Kamelienblumen verwelken im Brunnen. Kaulquappen huschen durch ein Becken, in dem noch Lotusstangen hinaufragen. Tempel sind hier Orte des Lebens, wenn auch des geordneten. Im Gegensatz dazu wirken christliche Gotteshäuser unbelebt und ausschließlich auf Menschen zugeschnitten. Wann – außer einer gelegentlichen Stubenfliege oder einem Brathähnchen – sieht man mal Tiere in Kirchen? Welche Kirche bietet Platz für einen Baum, hunderte von Jahren alt zu werden?

Zielgerade

Als habe man alle Zeit der Welt: mit dem Notebook im Uni-Café sitzen, lesen und schreiben. Die Sonne rutscht mühelos ein wolkenloses Blau herab. An den Tischen ringsumher die bekannten Cafégestalten. Da ist der buckelige kleine Herr, der neulich abends noch laut singend den Fahrradstand ablief und nun ein Buch mit Kalligraphien durchblättert. Hinter einer anderen Säule sitzt der geheimnisvolle Endzwanziger, die Kammzinken seines dünnen Oberlippenbartes stechen bis zum Kinn hinab, er streift jeden Tag im gleichen fliederfarbenen Pullover die Uni nach Lesbarem durch, um sich die Taschen mit  kleinbeschriebenen Notizblättern zu füllen. Herr Li wie immer mit Schlapphut und Militärjacke, draußen, wo das Rauchverbot endet, umschmeichelt von Katzen, die er heute ignoriert. Auch ich habe meinen Stammplatz belegt, auf den grauen Polstern, froh, dass ich den gestrigen Tag nicht im Schneideraum verbringen musste und mal mehr als drei Stunden Schlaf/Nacht abbekam.

Mit zwei Firmenbesichtigungen in Ôsaka und Hyôgo und dem endgültigen Abgabetermin meines Abschlussfilmes gelangte ich diese Woche an die letzte Station vor dem Gipfelkreuz. Mein Abschlusswerk LIFE ON SIRIUS (meine Diplomarbeit sozusagen) ist zu 95% fertiggeschnitten und zu 100% eingereicht. Nächstes Wochenende findet die Vorführung statt, vor dem versammelten Jahrgang und der Dozentenschaft. Ein dreitägiger Kurzfilmmarathon mit offenem Ausgang. Es sei mir erlaubt, durch die Vorschusslorbeeren meiner Hauptdozenten Itô und Lee guter Dinge zu sein. Besonders froh bin ich über die harte Arbeit meiner Tongestalterin und die Farben, die ich diesmal mit Synthetic Aperture (einem After Effects-Plugin) erwirken konnte. Anfang Februar wird der Film hochgeladen, in 720p-HD und Farbe.

Endlich fertig mit dem Film nutzte ich den gestrigen Tag für etwas Muße. Eine Freundin von der Bühnenkunst präsentierte für ihre Graduierung eine aufwendige Installation. Leere Stühle, Fenster, die in Fenster münden, ein Frau, die im Dunkeln Beckett vorliest. Danach nahm ich in dem Christian Fellowship Center ein spontanes Interview mit einer Koreanobolivianerin auf, die ich dort abends zuvor kennengelernt hatte. Den Rest des Abends lesen. Heute muss noch eine Bewerbung raus und danach blättere ich mich durch das Material für die Abschlussausstellung unserer Uni im Februar. Nach dem Etappensieg auf der Zielgeraden noch einmal Gas geben.

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Japan, Kyôto. January 24 2010.

Snowscapes

After spending o-shôgatsu (Japanese New Year) at my family’s homes in Tsukuba, Iwate and Akita, I finally came back to Kyôto yesterday morning. My night train had a 30 minutes delay due to heavy snow falls all across the Western Coast. There had been snowstorms from the day I arrived in Akita which carried over ômisoka (New Year’s Eve) and gantan (New Year’s Day).

I spent the days writing essays, reading books, watching television. After a year of hefty ups and downs I was glad to gain a few days of relaxation. I watched this year’s Kôhaku, ate a lot of fish, swallowed vitamin pills against my torn lips and tramped in the snow.

Walking through the small province town that was once a flourishing forestry place made me wonder. The old downtown shops near the train station are as good as dead. Rusty, dusty, musty, with shop keepers unwilling or unable to change their business strategies or overhaul the old-fashioned interior and renew their range of goods it’s no surprise that the remaining population crowds the titanic shopping malls at the peripheries. One shiny convenience store rests at a corner, next to a dirty radio station and shops where the concrete walls are literally crumbling off. Maybe it’s the winter atmosphere but to me this countryside looks a lot like a town in the late Soviet Empire. There must be hundreds of similar places all over Japan, with an aging population left alone from the central government. There is a brand new clinic in the town. My uncle was asked to eventually contribute a sculpture for the lobby. It’s quite big but a disappointment aesthetically. I guess hospitals, shopping malls and retirement homes are some of the few thriving models in the far-off provinces.

Despite these conditions I enjoyed the white winter landscape. A rare opportunity to catch the subtle shadings of the surface of the snow. I caught a good moment when the clouds tore apart to let sunshine cast wonderful shadows here and there. A few minutes later the snow returned with harsh winds, forcing me to return quickly. The pictures below are gamma-adjusted with iPhoto.

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Das Boot fährt weiter

Seit gestern bin ich in Tsukuba, 60km nördlich von Tôkyô, im Haus meines Oheims. Ihm, seiner Frau und den drei Basen Gesellschaft leistend lasse ich das Jahr ausblenden, fernab von Schneideräumen, Bewerbungsstress, Bühnenaufnahmen. Hier in Tsukuba zeigt sich der Winter von einer freundlicheren Seite als im knochenklirrenden Kyôto. Eine milde Wintersonne wirft lange Schatten auf die flache Landschaft. Übermorgen reisen wir ab, nach Iwate und dann nach Akita. Neujahr in der Provinz.

MMIX in zwischen Wahn und Ekstase oszillierenden Schlaglichtern. Anfang des Jahres stand ich kurz davor meinen Glauben zu verlieren, hörte aber rechtzeitig haSchem und bekam die Kurve noch. Die geistige Inventur ließ mich für den Rest des Jahres etwas leer dastehen. Ich fand Geschmack an Thai-Curry, Tantan-Men, Nattô und Caffelatte. Alte Freunde verheirateten sich oder bekamen Kinder. Als Deutschlehrer übersetzte und korrigierte ich bis zum Ende des Sommers Texte und half meinen Sprachpartnern bei ihren Reisen und Studien. Im April begann ich, ernsthaft eine Anstellung zu suchen, bis mich mein Abschlussfilm 24 Stunden pro Tag (weil auch in meinen Träumen) in Anspruch nahm. Allerdings filmte ich – verglichen mit den Vorjahren – nur wenig. Dagegen arbeitete ich oft für Freunde an der Kamera: ein Musical, ein Spielfilm, mehrere Bühnenstücke, und ab und zu mal Tonaufnahmen, Licht und Stimmenspiel. Zum Schluss schrieb ich noch ein paar Seiten Web.
Ich verbrachte irrsinnig gute Tage in Deutschland und Korea, fand mich bei einem Dreh in Tôkyô wieder und besuchte die Familie meiner Freundin in Yamaguchi. Ein Kunstfestival lockte uns auf den Berg Kôya. Wöchentliche Treffen mit anderen ausländischen Christen sorgen für mentalen Ausgleich, denn Japan 24/7 lässt einem bald den Kopf platzen. Ich wurde TED-Übersetzer. Ich sah meine erste Sonnenfinsternis. Sichere Highlights: Ausstellungen von William Kentridge, Miwa Yanagi und Ai Weiwei. Es gab einen Geldpreis für herausragende Schulleistungen. Ich wurde für “spiegeltief” in der Uni-Zeitschrift Uryû-Tsûshin vorgestellt.  Mehr und mehr halte ich mich auf dem Takahara Campus auf, gehöre irgendwie zu den Leuten, denen man täglich über den Weg läuft. Man weiß inzwischen Freunde von Kommilitonen zu unterscheiden.

Bester Film: Ai no Mukidashi / Love Exposure. Beste Musik: 17 Hippies, Element of Crime, Hikashû, Stereo Total, Michael Jackson, Beethoven, und seit gestern Abend Shiina Ringo. Und die Welt: Acht düstere Bush-Jahre sind mit einem Jahr Obama nicht zu glätten, aber es herrscht doch eine frische Luft, als sei ein Fenster aufgerissen worden. Auch der Regierungswechsel in Japan weckt leise Hoffnung, dass es hier irgendwann einmal demokratisch zugehen wird. Im Widerspruch dazu ließ ich die Bundestagswahl links liegen. Twitter und die Schweinegrippe erwischten mich nicht. Copenhagen zeigt endgültig, dass sich Politiker um das Schicksal des Planeten nicht scheren –  wenn doch Michael nur hier wäre…

BlueWaves

2009 als Irrfahrt zu beschreiben ist angemessen. Es passt im Rückblick auch, dass ich ausgerechnet dieses Jahr zum ersten Mal Homers “Odyssee” durchlas. Mit kleinen Ruderschlägen ins nächste Jahr, wo mich die Wellen, wer weiß an welchen Strand werfen. Der Wind weht, ich muss die Segel setzen. Die Galeere nach Aiaia darf mich nicht kriegen.

書き出し

サイトを始めてからの数日のあいだ、卒業作品を提出日まで間に合わせるように働いてました。担当教師のための仮の提出だけでも何とか質のいいラッシュを作りたくてぎりぎりまでの作業。だが、映像ファイルの書き出しが非常に予想以上にも時間かかり、結局ZIPで圧縮したファイルを提出し、その後徹夜してDVD Studio Pro、Compressor、Encore、iDVDで何度かの書き出しエラーを通して次の日の昼12時にやっと9GBのHD映像ファイルをSD-DVDサイズに圧縮出来た。一度のレンダリングが4時間を超えてしまうと自分の大切な生存時間がもったいなく感じる。HD映像を使ったDVDオーサリングは初めてのことであり、画質面で妥協をしたくないならブルー・レイにするしかないのでしょうか?

今の時代にわざわざDVDやテープに落とす必要性にも疑いを感じる。ガム一パックの大きさに16GBのメモリーが平気におさまる。いい圧縮方法さえ使えばメモリー・スティック一本に映画数本も可能。アメリカのように、日本のiTunes Storeに映画・テレビシリーズのダウンロード機能が欲しい。

パソコンとテレビでのデジタル映像は構わないが、映画館のデジタル化にたいしては違和感はある。頭をすっきりさせるために、日曜日の夜に京都MOVIXで『2012』を見に行ったときびっくりした——あれはもはやフィルムでなくデジタル上映だったのでは?スクリーンが突然でっかいテレビ画面に見えて、CG地震でサン・ピエトロ大聖堂が銀幕の上に破壊されると同時に今までの映画上映もデジタル革命で潰されて行くことが実感した。フィルムを救え!

AutomaticPortrait10
Japan, Kyôto. 16th December 2009

秋田のおばあちゃんからリンゴが届いた。

明日は卒業制作の編集をつづき、夕方には、土曜日にダンス公演の撮影に誘われたから舞台芸術コースの仲間のゲネプロを見に行きます。今日は通し稽古を見てきました。かなりいい。

Welcome! Bienvenu! Välkommen! ようこそ!欢迎! Willkommen!

Kakigao

“Kakigao” Japan, Kyôto. December 2009

Nach zwei Wochen des Werkelns ist es wohl an der Zeit, diese meine neue Webseite einzuweihen. Es knirscht hier und da noch von wackligen Schrauben, doch nach vielen Versuchen habe ich endlich eine eigene Ecke im Netz.
Wohin ich mich mit diesen Seiten bewegen werde ist mir selbst noch nicht klar, ob ich mich auf Filmkritiken, Essays, Photos oder Schwachsinn spezialisiere, aber das wird die Zeit schon ergeben. Zumindest habe ich endlich einen geordneten Platz um Text, Bilder und Videos zu präsentieren und – damit es nicht so leer aussieht – schon einmal ein paar ältere Artikel und Werke platziert. Man muss ja an die Zukunft denken.

二週間の機密作業が経ち、新サイトをそろそろ落成する時が来た。所々でまだねじのきしむ音が聞こえるが、やっとネット上の自分だけのコーナーが出来あがった。
このウェブサイトでいったいどこへ行こうとするか、自分もまだはっきりとせず、映画批評を専門にするか、エッセイ、写真、出鱈目に集中するか、それは流れに任す。少なくとも文書と写真と動画を紹介できるまともな場を持つようになり、昔の記事と作品もとりあえず配置した。たまには将来のことを考えないとね。

Was mache ich neben dem Weben? Dieser Tage bin ich eigentlich von tags bis nachts mit meiner Abschlussarbeit, einem 30-minütigen Film, beschäftigt. Am Dienstag ist Abschlussarbeitsabgabeschluss. Jobsuche, Portfolio, nicht zu vergessen die Crewarbeit bei meinen Kommilitonen verkürzen den Tag. Trotzdem versuche ich von nun an, mindestens einmal in der Woche einen kurzen oder langen Artikel zu schreiben. Werde von nun an Zeuge meines persönlichen und des allgemeinen Kulturbankrotts.

ウェブの他に今何をやってるかと?朝から夜まで卒業作品の編集作業に没頭中。30分の劇映画。火曜日は卒業制作作品提出締め切り日。就職活動、ポートフォリオ作り、仲間の撮影の手伝いも一日を短くしてしまう。でも週に一回くらいは必ず一つの記事を投稿するよう、頑張ります。個人的・一般的文化破産はここからスタート!

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“Geht dein Antlitz nicht mit, bring von hier uns nimmer hinauf!

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