“Nanking! Nanking!” – Das Massaker von Nanking im Film II

“Nanking! Nanking!” alt. “City of Life and Death” / 2009. China / Lu Chuan / 133 Minuten / Spielfilm


Winter 1937: Die Armee des Großjapanischen Kaiserreichs erstürmt die chinesische Hauptstadt Nanking. Nachdem die Japaner Tausende von Soldaten massakriert haben, fallen sie über die Frauen der Stadt her. Inmitten der Willkür der Besatzer ringen die Bewohner ums Überleben, unter ihnen der Chef der Sicherheitszone John Rabe, sein Sekretär Tang und die Lehrerin Miss Jiang. Der junge Soldat Kadokawa überlebt knapp einen Straßenkampf mit versprengten Widerständlern. In der völlig verwüsteten Stadt zehrt der brutale Alltag an den Nerven aller Beteiligten. Als die Japaner mit einem großen Shintô-Tanz die Einnahme der Stadt feiern sind ihre Schicksale besiegelt.

Kriegsfilme aus einheimischer Produktion sind in China seit langem populär. Auch das Massaker von Nanking vor 73 Jahren wurde schon einige Male verfilmt und bietet Stoff für antijapanische Resentiments einerseits und nationalistische Wohlgefühle andererseits. Inwiefern diese Filme das Geschehen authentisch darstellen entzieht sich meinem Wissen zwar, dass mit NANKING! NANKING! dem 40jährigen Regisseur Lu Chuan ein außergewöhnliches Werk gelungen ist, beweist nicht nur der hohe künstlerische Anspruch dieses unpathetischen Zeitportraits, sondern auch die Anzahl an Morddrohungen, mit denen ihn wütende Landsleute seit der Veröffentlichung attackiert haben. Ohne die japanischen Invasoren als irre Bestien darzustellen oder sich in Szenen ausladender Brutalität zu verlieren lenkt er mit präzisem Blick die Aufmerksamkeit darauf, wie Menschen aller Seiten sich angesichts alltäglicher Grausamkeit verändern. NANKING! NANKING!, ein zeitgemäßes, melancholisches Werk, dem gleichzeitig in China veröffentlichten JOHN RABE von Florian Gallenberger weit überlegen.

Laut Regisseur Lu sind dem Film ausgiebige Recherchen chinesischer und japanischer Quellen vorangegangen. Tausende Photographien aus der Zeit haben die winterlich karge Ästhetik der Schwarzweißbilder bestimmt. Mit seiner dokumentarhaften Optik und und der Weltkriegsthematik liegt der Vergleich mit Steven Spielbergs SCHINDLERS LISTE (1993) sehr nah. Bei allem Realismus ordnet sich NANKING! NANKING! jedoch nicht der Prämisse einer übertrieben akribischen Geschichtsdarstellung unter. In dem freien Umgang mit dem historischen Stoff gleicht er JOHN RABE zwar, absolviert den Seiltanz zwischen Zurückhaltung und Dramatisierung indes mit sicherer Balance. So sind die meisten der Protagonisten fiktiv, aber aus den Erfahrungsberichten zahlreicher Zeitzeugen herausgefiltert. Und wie eine Collage wirkt auch der episodisch angelegte Film. Ohne sich auf nur eine bestimmte Person zu beschränken fädelt Regisseur Lu das Geschick mehrerer Protagonisten zu einem reich detaillierten Kriegspanorama zusammen, das bis in die Nebenrollen hinein präzise wiedergegeben ist.

Da ist vor allem der japanische Soldat Kadokawa, der sich den Barbareien seiner Kameraden nicht völlig entziehen kann, dem aber die katholische Erziehung ins Gewissen redet. Eine Hauptfigur, die nach Umwegen aus sich herauswächst, ist Tang, John Rabes Sekretär. In der Hoffnung, seinen Landsleuten Erleichterung zu verschaffen, bandelt er mit den Japanern an. Miss Jiang, auch katholisch, ist im Zonenkommittee eingebunden und opfert sich für die Frauen der Stadt auf. Die Darstellungen auch von Tangs Familie, Kadokawas Kameraden, einem Kindersoldaten, dem Deutschen John Rabe und von japanischen Militärbonzen bereichern das Gesamtbild.
Dabei rutschen all diese Charaktere (im Gegensatz zur deutschen Verfilmung) zu keiner Zeit in Klischees ab. Ungekünstelte, alltägliche Dialoge (in mindestens vier verschiedenen Sprachen), gehaltvolle Blicke. Kein Streichorchester ist hier nötig, um uns aufzuwühlen. Lu erklärt wenig, zeigt bloß. Vor allem interessiert ihn die Frage, wie es zu jener unbeschreiblichen Brutalität kommen konnte, die die japanische Armee binnen weniger Wochen über die mehrere hundert Tausend Einwohner zählende Metropole am Jangste entfesselten. Er sieht die Ursache nicht in der Wesensart der Japaner oder einer bestimmten Generation, sondern im Menschen selbst. In einem Interview erklärt er:

“Dieses Böse – in einem Krieg schonungslos zu töten, die Keuschheit einer Frau gefühllos zu verletzen – vielleicht ist das im Herzen eines jeden. Es ist bloß so, dass man keine Möglichkeit hat, es zu loszulassen. Denn ich habe eine Menge Tagebücher von japanischen Männern gelesen. Daheim waren sie alle gute Menschen, sehr liebe Menschen, aber nach und nach, als sie auf dem Schlachtfeld waren… weil es kein Gesetz gab, dass sie eingeschränkt hätte, sie konnten so viele töten wie sie wollten, so viel stehlen wie sie wollten. Langsam begannen es ihnen zu gefallen, weil sich ihre Macht unendlich erweiterte. (…) Was an diesem Film am interessantesten ist, dass wir darüber sprechen, warum gewöhnliche Menschen in China teuflische Dinge taten.”

An einer Stelle im Film entlarvt Lu die jungen Soldaten in ihrem Beisammensein beim Sport als Bengel, die fern der Heimat der Versuchung ausgeliefert sind ihre dunkelsten Triebe auszuleben. Das Bild eines grotesken Ferienlagers kommt ihrer Wahrnehmung des Krieges vielleicht am nähesten. Die Gemüter ungeschliffener Männer, die statt ein inneres moralisches Bewusstsein zu entwickeln die Entscheidung über Richtig und Falsch der Gruppe anpassen. Gedanken an Konsequenzen, Mitleid, individuelle Verantwortung werden im Rausch des Gefechtes erstickt, sterben ab.
Es braucht diese nüchterne Einstellung um in einem Film über Nanking keine Vorurteile zu ziehen, sondern einfach nur Menschen in ihren dunkelsten und hellsten Facetten zu zeigen. Lus Neutralität rief in seinem Heimatland deshalb auch negative Reaktionen hervor.
Dabei tut er dem Zuschauer keinen Gefallen etwas abzumildern oder gar zu beschönigen. Den von Soldaten bedrohten Mädchen kommt keine Rettung in letzter Sekunde. Das Leben triumphiert hier – wenn überhaupt – nur unter bitteren Opfern. Oft ist es neben den drastischen Massenszenen die lapidare Willkür, die schockiert. Erhängte baumeln an Straßenlaternen. Die Körper von zu Tode vergewaltigten Frauen werden wortlos auf eine Schubkarre gestapelt und weggeworfen, ohne dass die Soldaten Notiz nehmen. Wo JOHN RABE happy endet, fährt NANKING! NANKING! unerbittlich weiter. Inmitten dieser erschütternden Bilder blitzen auch zerbrechliche Momente des Mitgefühls, der Poesie, von Heldenmut auf.

Bei aller Objektivität endet die Geschichte mit einer Racheprophetie. Kadokawa lässt zwei ungleiche Soldaten laufen, die er eigentlich hinrichten soll. Die beiden gehen befreit einem Wald entgegen und können es kaum fassen: Little Boy und Fat Man. Trotz dieses Schlussbildes beweist hier ein junger Regisseur, dass man das Thema Krieg mit Reife umsetzen kann, ohne in schlechtes Hollywoodimitat oder exploitative Propaganda abzuschmieren. Ein Film, der wegen seiner ästhetischen Qualitäten einen unmittelbar ins damalige Geschehen hineinzuwerfen scheint, der hilflos, zornig, demütig macht und der in eine Reihe mit SCHINDLERS LISTE erwähnt gehört.

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Der Trailer hier betont etwas zu sehr die Actionszenen…

Seite zum Film (Chinesisch).

“John Rabe” – Das Nanking-Massaker im Film I

“John Rabe” / 2009. Deutschland, Frankreich, China / Florian Gallenberger / 130 Minuten / Spielfilm

China im Dezember 1937. Der gebürtige Hamburger John Rabe (Ulrich Tukur) leitet die Siemens-Fabrik in der Hauptstadt Nanking. Nach über 30 Jahren im Ausland kehrt er bald nach Deutschland, das inzwischen Nazideutschland ist, zurück. Doch dann fällt die japanische Invasionsarmee über die Stadt herein. Rabe fasst Mut und errichtet mit den anderen Ausländern eine Sicherheitszone für die 200 000 Zivilisten, die nicht rechtzeitig fliehen können. Das Siemens-Gelände ist nun ein Flüchtlingslager.  Der japanischen Willkür trotzend kämpfen Rabe und sein internationales Sicherheitskommittee wochenlang um Nahrung und Schutz für die Bevölkerung. Als “lebender Buddha” verehrt, kehrt er schließlich – mit seiner Frau, die er für tot gehalten hatte – nach Deutschland zurück, kurz bevor die Besatzer die Zone zu stürmen drohen.

In Roman Polańskis Holocaustdrama DER PIANIST (2002) gibt es folgenden einprägsamen Moment. Der Protagonist irrt über einen von elenden Gestalten besuchten Platz des Warschauer Ghettos. Vor seinen Augen kommt es zu einem Streit zwischen einem ausgehungerten Greis und einer Frau. Der Greis entreißt der Frau einen Topf mit Grütze. Der Topf fällt zu Boden, sein Inhalt quillt auf das schmutzige Straßenpflaster. Der Mann stürzt sich auf die verschüttete Grütze und schiebt sie sich in den Mund, ohne sich von den Schlägen der verzweifelten Frau stören zu lassen. Dieser kurze Moment spricht Bände über das Leben im Ghetto und es braucht das erfahrene Auge eines talentierten Regisseurs wie Polański, um sie zu erkennen und in eindringliche Filmmomente umzusetzen. Es mag der mangelnden Erfahrung des Regisseurs Florian Gallenberger oder einer unsicheren Produktion zu schulden sein, dass es JOHN RABE genau an dieser unpathetischen Reife mangelt und er stattdessen zu einer Aneinanderreihung von Klischees aus dem Hollywoodschulbuch missraten ist.
Wenn das Kino Vergangenheit zum Leben erweckt ist es üblich und nötig, bestimmte Figuren und Ereignisse auszulassen, hinzuzudichten, oder auf geschickte Weise zu raffen, so dass ein Charakter mehrere historische Gestalten auf einmal vereint, oder mehrere kleine Episoden zu einer großen zusammengefasst werden. Das Kino als eine Kunst des Erzählens ist auf diese Freiheit angewiesen. Da schadet es nicht, wenn in Tarantinos INGLOURIOUS BASTERDS einmal das gesamte Naziregime samt Hitler in einem großen Knall untergeht. Eine zu penible historisch-akkurate Darstellung kann leicht zu einem pointenlosen Abhandeln von Ereignissen (siehe DER BAADER MEINHOF KOMPLEX) geraten – kein Film, sondern bloß Verfilmung.

Der junge Regisseur Florian Gallenberger will erzählen, und zwar von dem guten Deutschen von Nanking, dem Fabrikchef John Rabe. Ein Nationalsozialist, der im kriegsgebeutelten China 200 000 Menschen vor einem Massaker bewahrte? – Das ist ein Stoff fürs Weltkino und man merkt dem Film die Ambition an, mit der er in die großen Fußstapfen von SCHINDLERS LISTE zu treten wagt. Da krachen die Fliegerbomben und kostümierte Menschenmassen dürfen die sich bewegende Weltgeschichte mimen. Viel Schall, viel Rauch und natürlich der obligatorische 30er-Jahre-Pattenspieler. Doch leider rutscht Gallenberger die Balance zwischen erzählerischer Freiheit und historischer Genauigkeit aus den Händen. Es ist die große Sünde dieses Films, der sich mit Dokumentarschnipseln um Authentizität bemüht, und hochkarätig besetzt ist, dass er der Kraft roher Geschichtsschilderung nicht vertraut, den Zuschauer stattdessen mit forciertem Drehbuchpathos zu großen Gefühlen zu bewegen versucht.
Dazu gehören der kitschige Abschied von Rabe und seiner Frau am Hafen, und der zum Ende hin mit Mühe zugespitzte Konfrontationsmoment zwischen Zonenflüchtlingen und der japanischen Armee. Dazu gehören das “Guter Nazi-Böser Nazi”-Schema, und ein von Gewissensbissen geplagter japanischer Major. Mit solch ausgelutschten Operettenideen, untermalt von ausgelutschter Musik, die man von ZDF-Fernsehfilmen gewohnt ist, mag Gallenberger den Vorstellungen der Filmakademien vom “großen Kino” entsprechen, verdirbt aber letztlich einen spannenden Stoff. Wenn man John Rabes Tagebuch – auf das sich der Film stützt- ohnehin kaum beachtet, sollte man die daraus falsch zitierende Erzählerstimme Ulrich Tukurs lieber ganz auslassen und den Zuschauer mit so originellen Sätzen wie “Wir sind jetzt völlig von der Außenwelt abgeschnitten” doch lieber verschonen. Auch andere Freiheiten, wie etwa die Umwandlung der couragierten amerikanischen Rektorin Minnie Vautrin, die damals für die Studentinnen des Ginling Girls Colleges ihr Leben aus Spiel setzte, in eine “Madame Dupres”, sind unverständlich.
Ich frage mich, warum die Filmemacher zu solch billigen Mitteln greifen, wo es dem Nanking-Tagebuch des historischen Rabe an drastischen Augenblicken nicht mangelt, und das bei aller deutscher Kleinlichkeit nicht frei von Gefühlswallungen ist. Er und seine Leidensgenossen dokumentierten 1937/38 gewissenhaft die Zerstörungswut und den Terror der marodierenden Soldateska in Tagebüchern, Telegrammen, Briefen:

“7ter Januar
Während meiner Abwesenheit ist heute vormittag um 10 Uhr ein japanischer Soldat in meine Dienerräume eingedrungen. Die Frauen und Mädchen sind schreiend in meine Wohnung gelaufen, von dem Soldaten bis in die Dachstube verfolgt, wo ihn ein mich zufällg besuchender japanischer Dolmetscher-Offizier stellte und dann hinausbeförderte. An diesem Vorfall kann man ermessen, wie es um die Sicherheit in europäischen Häusern heute, 26 Tage nach der Einnahme der Stadt, in Nanking bestellt ist. […]
Eine andere Frau aus der gleichen Gegend, die mit ihrem Bruder in einem unserer Lager untergebracht wurde, hat ihre Eltern und drei Kinder verloren, die alle von den Japanern erschossen wurden. Für ihr letztes Geld kaufte sie einen Sarg, um wenigstens den toten Vater zu begraben. Japanische Soldaten, die davon Kunde erhielten, rissen den Deckel vom Sarg und warfen den Leichnam auf die Straße. Chinesen brauchen nicht begraben zu werden, war ihre Erklärung.”

Apropos. Kritisch auch die Kriegsdarstellung, bei dem sich JOHN RABE verhältnismäßig zurückhält. Verhältnismäßig deshalb, weil die Spielfilmszenen den Eindruck des unbeschreiblichen Chaos’ von zehntausenden flüchtenden Menschen, das die vereinzelten Einschübe der Filmdokumente andeuten, nicht aufrechterhalten. Die lebenswichtige Rolle des Sicherheitskommittees wird nur mit Wissen um das Ausmaß der Verbrechen verständlich, doch der uninformierte deutsche Zuschauer  bekommt dies nur unzureichend vermittelt. Nein, es geht nicht darum, Massenmorde und -vergewaltigungen noch schockierender zu bebildern. Aber ein Film, der dem Vermächtnis Rabes gerecht werden will, darf sich nicht in frei erfundenen, selbstdienenden Nebenplots verlieren. Leider dominieren vor allem solche kammerspielhaften Dramoletten die zweite Hälfte des Geschehens: Rabe und der Klinikleiter Dr. Wilson kumpeln sich an, man feiert Weihnachten, Rabe wird krank und gepflegt, usw.
Befremdend auch Gallenbergers Desinteresse an jenen, die am meisten unter der Besatzung zu leiden hatten: die chinesische Zivilbevölkerung. Er behandelt sie mit der gleichen kolonialen Überheblichkeit wie Rabe zu Beginn des Filmes. Distanziert, exotisierend. Eine naive Masse, die man erziehen muss. Selbst die etwas wichtigeren chinesischen Rollen, Sekretär Han und die Studentin Langshu, geraten zu Schablonenschnitten. Hier der stoische Diener, da die schöne Orientalin. Zwischen ihr und Doktor Rosen muss sich vorhersehbarerweise auch eine Romanze anbahnen. Die gleiche eindimensionale Darstellung erfahren die japanischen Soldaten, die schön böse aussehen.

Es gelingt dem Film einigermaßen mit Ulrich Tukur dem widersprüchlichen Charakter des durch 30 Jahre im Ausland etwas schrullig gewordenen Rabe ein Gesicht zu verleihen. Er besitzt nur eine undeutliche, eher einem Wunschdenken entsprungene Vorstellung von seinem Heimatland. Seine humanitäre Gesinnung überstrahlt letztlich den naiven Glauben an Hitler. Biographien wie die von Oskar Schindler und John Rabe zeigen, dass nicht die Naziplakette einen schlechten Menschen macht, sondern seine Taten. Trotzdem bleiben er und sein Ensemble für Regisseur Gallenberger unter dem Strich Filmlegendengestalten, die sich nur lose an der Historie entlanghangeln. Solange es sich um einen guten Film handeln würde, wäre das kein Problem. Leider bemüht sich JOHN RABE zu sehr,  großes Weltkino zu sein, und drängt sich in seiner glatten Inszenierung von Betroffenheit dem Zuschauer geradezu auf. Die Erinnerung an einen lebenden Buddha, die zeigt, dass das Massaker von Nanking auch ein Stück deutscher Geschichte ist, ist in dessen beim Goldmann-Verlag erschienen Tagebuch John Rabe vorerst besser aufgehoben.

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Offizielle Webseite zum Film

『靖国』 ・ 責任を活かす愛国心

『靖国』/ 2008年・日本・中国 / 李 櫻 監督 / 123分 / ドキュメンタリー

第二次世界大戦を思い返すとき
2045年に第二次世界大戦の終戦は100周年を迎える。つぎの大戦がその時まで人類を滅亡させていないかぎり、世界の国々はきっと記念の祭典を行うだろう。戦争を題にした映画と小説は波のように我々の意識に突入するに違いない。日本には三流の俳優たちを使ったドラマが公開され、戦争ミュージカル、戦争せんべい、戦争をめぐる政治家の長すぎる演説から逃れないおじいちゃんになった私は、見知らぬ青年に石を投げられて「貴様らが温暖化さえ止めてたらよかったのに・・・!」と追い払われる。
そのとき、日本人は第二次世界大戦をどういう風に解釈するだろうか。戦争体験者はほとんど死滅したはずだ。残りの日本人には戦争の罪が無く、南京大虐殺も人体実験も沖縄悲劇も歴史の一章と始末され、東京大空襲と原爆の地獄も遠すぎる過去の伝説として思われるだろう。歴史は偽りと繰りかえしの対象である。認めなさい——あなたは日露戦争にたいしてどんな悔い、どんな誇りを感じているか?

もちろん、規模と結果を考えると日露戦争は20世紀の運命を決めつけた破局と転換点となった世界大戦の比べものではない。大日本帝国はバビロンのように人間と資源を飲みこみ、そしてカルタゴのように沈没したあとに東アジアで民主主義と平和主義の旗をあげた初の国家として生まれ変わって21世紀まで至った。けっして正義にかがやく民主主義国とは言えないが、60年の間に隣国との和平を保ちつづけてきたことは小さくない一方、日本人はそれまでなかった自由と富を味わってきた。この国の体制がいくら不正義であっても、終戦までの日本とくらべると楽園に見える。(もしかすると2045年の日本人も懐かしながらそう思うかも知れない)

アイデンティティー喪失のトラウマ
国は変化する。2045年の日本は2008年の日本とはともかく全く別の国になはずだ。明日の私たちは今日とは違う感覚を持ち、国民的アイデンティティーを別のことに属するだろう。だが、過去をあこがれる人はどの時代にもいる。李纓監督のドキュメンタリー映画『靖国』に紹介されるや靖国神社をまつわる人物は1945年に沈没した日本を幻のように呼び覚まそうとする。タイムトラヴェラーを思いださせる彼らは必死に日本魂を唱えて軍事力と天皇崇拝で正当化された国民的自我像を復活させようとしている。彼らの発言と態度に猛烈に怒り出すべきかもしれないが、映画を観て私がもっとも感じたのは参拝者にたいしての哀れみだった。靖国神社はひょっとすると古めかしい帝国主義よりも偉大なる痛みをあらわす。それは戦死した仲間たちにたいしてではなく、イデオロギーに洗脳された戦争世代が経験したアイデンティティーの損失に由来するトラウマではないかと思う。サンタクロースの不在を知ってクリスマスの意味を救おうとする子供のようなことだろうか?思い切って言うと、観兵式も、「天皇陛下万歳」のどよめきも、「名誉」と「祖国」の絶え間ない吹き込みも、それは、一部に幕末にはじり、1945年の敗北で頂点を達した劣等コンプレックスへのマスタベーションに過ぎない。

靖国神社が今まで人のはげしい感情を起こす理由の一つ、この問題でいちばん基本となる質問は「クリスマス日本とは、日本人とは何なのか」ではないかと思う。すくなくとも、異人である私にはそういう風に見える。

チープな愛国心
現在の数多くの社会問題とグローバル化による国際的文脈の変化が生みだす危機のなか、日本は世界の舞台で自分の役柄に迷っている。まさに西洋化を意味するグローバル化は民族と伝統をつぶしつつある力と伸びて、伝統文化の損失を阻止することは21世紀の大問題である。国民が危機に覆われて方向性を失うと過激思想が強まる。ポーランド、ロシア、ブッシュ政権下のアメリカも含んでいくつかの国がふたたび愛国心と修正主義へ逃げはじめた。『男たちの大和』や『俺は、君のためにこそ死ににいく』という最近の駄作映画もその傾向にそって作られた。

だが、世の問題を解決しようとする、疑わしい価値への回顧による美しい国の回復といった貧血な標語や、「一文化、一文明、一民族の国」というゲベルスじみた発言などはある政治家の現実当方を示すだけ。そういう政治家は教育、外交、内政のスイッチレバーを動かすから君が代問題などといった問題には真剣な事実がある。昔なりの純粋な世界観にあこがれて後つぐ世代にも<懐かしい日本>という虚像をとおして修正主義を感染することは危なくて卑怯だ。思想の自由を禁止し、ナーツィ・ドイツと同盟を結び、世界支配の誇大妄想にとりこにされたあの日本を<古きよき時代>に塗り替える試みは嘘とチープな愛国心にすぎない。真の愛国心は盲目の忠誠にではなく、嘘と過ちを指摘して歴史的責任を取ることにある。
靖国神社とその博物館”遊就館”が体現するのは、自己中心的で無反省の態度である。そこへ戦死者に尊重の念を捧げに訪れる政治家はその精神を——自らの意志であるかないかにかかわらず——支える。思い違ってはならない——太平洋戦争の3千万人の死者はいつか伝説に化け、意識から歴史の本に始末される。人間はおなじ罪を何度もくりかえす。しかしだからこそ我々は今記憶と警告に努力をそそがねばならない。

記念碑の必要性
太平洋戦争のすべての犠牲者、死者と精神的肉体的害を受けた数のないアジア、オーストラリアと欧米の人たちのための記念碑を、和解と警告ののろしとして作るときがきたのではないか。宗教と国籍と関係なく、だれでも安心していけるような建築物が必要だ。和解には象徴が必要だ。それはけっして表面的なことではない。例としてドイツの首都ベルリーンにある<ホロコースト警告記念碑>を言及したい。
17年間の討論を経て、ベルリーンにユダヤ系建築家ピーター・アイゼンマンの指導によって1万9千平方メートルの大きさを占める、ヨーロッパで殺害されたユダヤ人のための記念碑が設けられた。46億円の費用はドイツ政府が負担した。ホロコーストでナーツィ政権の手で虐殺された約600万人のユダヤ人の名簿を持つ展覧会を含むこの大建築物はドイツ国会堂のすぐ近くにある。この場の意味について長い議論もあったが、オフィスビルや他国大使館や住宅に隣接する、つまり首都の中心にある石碑はとくべつな象徴性をもつ。この三年のあいだ、ホロコースト記念碑とその展示スペ−スを訪れた人数は数百万人に及んできた。

日本、中国、韓国もそれに似たようなそれぞれの<national monument>、大戦のすべての犠牲者のための記念の地を設け、ある種の<記憶の軸>をとおして<一緒の悲劇>を偲べることを私は望んでいる。各国の人々と政治家が共に嘆き、祈れる場所。強制の思い出がまだ消えていないフィリピンやインドネシアにもこうした交流にも用いられる場が作られたら、靖国神社と違って平和と再生のシンボルになるのではないだろうか。日本は独裁の暗黒から復活し、平和主義の憲法をもって世界に<二度と繰りかえされないように>と呼びかけた。それは今こそ力強い知らせと、日本人にとって属するべき21世紀に向かってのアイデンティティーを意味する。

本文は、映画サークル「動くな、シネフール、甦れ」の同人誌『Cinefool』2008年夏号に記したものです。


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